Wie kommt man ins Darknet und was ist das Darknet überhaupt?

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wie kommt man ins Darknet
wie kommt man ins Darknet?

Das Darknet ist ein Teil des Internets, der für Suchmaschinen nicht sichtbar ist und für den ein anonymisierender Browser namens Tor verwendet werden muss. Doch wie kommt man ins Darknet? Was finde ich da und wie sehen Darknet-Websites aus? Was ist der Unterschied zwischen Deep Web und Darknet? Wir klären das!

Definition des Dark Web

Das Darknet ist ein Teil des Internets, der von Suchmaschinen nicht indiziert wird. Sicherlich hast du schon gehört, dass das „Dark Web“ eine Brutstätte für kriminelle Aktivitäten ist – und das ist es auch. Die Forscher Daniel Moore und Thomas Rid vom King’s College in London untersuchten 2015 über einen Zeitraum von fünf Wochen die Inhalte von 2.723 Live-Seiten im Dark Web und fanden heraus, dass 57 % illegale Inhalte enthalten.

Die Studie „Into the Web of Profit“ von Dr. Michael McGuires von der University of Surrey aus dem Jahr 2019 zeigt, dass es noch schlimmer geworden ist. Die Zahl der Dark-Web-Angebote, die einem Unternehmen schaden könnten, ist seit 2016 um 20% gestiegen. Von allen Angeboten (mit Ausnahme derjenigen, die Drogen verkaufen) könnten 60 % den Unternehmen potenziell schaden.

Du kannst Kreditkartennummern, alle Arten von Drogen, Waffen, Falschgeld, gestohlene Zugangsdaten für Abonnements, gehackte Netflix-Konten und Software kaufen, mit der du in fremde Computer einbrechen kannst. Du kannst Hacker/innen anheuern, die für dich Computer angreifen. Du kannst Nutzernamen und Passwörter kaufen.

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Nicht alles ist illegal, das Dark Web hat auch eine legitime Seite. So hat z.B. auch Spiegel Online ein Darknet Angebot.   Du kannst zum Beispiel einem Schachclub oder BlackBook beitreten, einem sozialen Netzwerk, das als „das Facebook von Tor“ bezeichnet wird.

Hinweis: Dieser Beitrag enthält Links zu Seiten im Dark Web, auf die man nur mit dem Tor-Browser zugreifen kann, den man kostenlos unter https://www.torproject.org herunterladen kann.

Wie kommt man ins Darknet?

Deep Web vs. Darknet: Was ist der Unterschied?

Die Begriffe „Deep Web“ und „Dark Web“ werden manchmal synonym verwendet, aber sie sind nicht dasselbe. Deep Web bezieht sich auf alles im Internet, das nicht von einer Suchmaschine wie Google indiziert wird und daher nicht zugänglich ist. Zu den Deep Web-Inhalten gehören alle Inhalte, die sich hinter einer Bezahlschranke befinden oder für die Anmeldedaten erforderlich sind. Dazu gehören auch alle Inhalte, deren Eigentümer die Indizierung durch Webcrawler blockiert haben.

Medizinische Aufzeichnungen, kostenpflichtige Inhalte, Websites für Mitglieder und vertrauliche Unternehmenswebseiten sind nur einige Beispiele dafür, was das Deep Web ausmacht. Schätzungen gehen davon aus, dass das Deep Web zwischen 96% und 99% des Internets ausmacht. Nur ein winziger Teil des Internets ist über einen normalen Webbrowser zugänglich – allgemein als „Clear Web“ bekannt.

Das Darknet ist ein Teil des Deep Webs, der absichtlich versteckt ist und für den ein spezieller Browser – Tor – erforderlich ist (siehe unten). Niemand weiß genau, wie groß das Dark Web ist, aber die meisten Schätzungen gehen davon aus, dass es etwa 5 % des gesamten Internets ausmacht. Auch hier gilt, dass nicht das gesamte Dark Web für illegale Zwecke genutzt wird, obwohl der Name bedrohlich klingt.

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Wie kommt man ins Darknet? Der Dunkle Webbrowser

All diese Aktivitäten, diese Vision eines belebten Marktplatzes, lassen dich vielleicht denken, dass es einfach ist, im Dark Web zu navigieren. Ist es aber nicht. Der Ort ist so chaotisch und unübersichtlich, wie man es erwarten würde, wenn jeder anonym ist und eine große Minderheit darauf aus ist, andere zu betrügen.

Wie einfach man ins Darknet kommt, zeigen wir hier. Um ins Darknet zu gelangen, musst du einen anonymen Browser namens Tor benutzen. Der Tor-Browser leitet deine Webseitenanfragen durch eine Reihe von Proxy-Servern, die von Tausenden von Freiwilligen auf der ganzen Welt betrieben werden, so dass deine IP-Adresse nicht identifizierbar und nicht zurückverfolgbar ist. Tor funktioniert wie ein Wunder, aber das Ergebnis ist ein Erlebnis, das dem Dark Web selbst ähnelt: unberechenbar, unzuverlässig und wahnsinnig langsam.

Für diejenigen, die bereit sind, die Unannehmlichkeiten in Kauf zu nehmen, bietet das Dark Web jedoch einen unvergesslichen Einblick in die Schattenseiten des menschlichen Lebens – ohne das Risiko, sich in einer dunklen Gasse herumzuschleichen.

Suchmaschinen im Dark Web

Es gibt Suchmaschinen für das Darknet, aber selbst die besten haben Schwierigkeiten, mit der sich ständig verändernden Landschaft Schritt zu halten. Die Erfahrung erinnert an die Suche im Internet in den späten 1990er Jahren. Selbst eine der besten Suchmaschinen, Grams, liefert Ergebnisse, die sich wiederholen und oft irrelevant für die Suchanfrage sind. Linklisten wie The Hidden Wiki sind eine weitere Möglichkeit, aber auch Indizes liefern eine frustrierende Anzahl von zeitlich begrenzten Verbindungen und 404-Fehlern.

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Websites im dunklen Netz

Darknet Websites sehen so ziemlich wie jede andere Website aus, aber es gibt wichtige Unterschiede. Einer davon ist die Namensstruktur. Anstatt auf .com oder .de zu enden, enden Darknet Seiten auf .onion. Das ist „eine spezielle Endung für eine Top-Level-Domain, die einen anonymen, versteckten Dienst bezeichnet, der über das Tor-Netzwerk erreichbar ist“, heißt es bei Wikipedia. Browser mit einem entsprechenden Proxy können diese Seiten erreichen, andere nicht.

Darknet Seiten verwenden auch eine verschlüsselte Namensstruktur, die URLs erzeugt, die man sich oft nicht merken kann. Eine beliebte Handelswebsite namens Dream Market hat zum Beispiel die unverständliche Adresse „eajwlvm3z2lcca76.onion“.

Viele Sarknet Seiten werden von Betrügern eingerichtet, die ständig umziehen, um dem Zorn ihrer Opfer zu entgehen. Selbst Handelswebsites, die seit einem Jahr oder länger bestehen, können plötzlich verschwinden, wenn die Besitzer beschließen mit dem Geld der Kunden zu flüchten.

Die Strafverfolgungsbehörden werden immer besser darin, die Besitzer von Websites, die illegale Waren und Dienstleistungen verkaufen, ausfindig zu machen und zu verfolgen. Im Sommer 2017 gelang es einem Team von Cyber-Polizisten aus drei Ländern, AlphaBay, die größte Quelle für Schmuggelware im Dark Web, zu schließen und das Netzwerk zu erschüttern. Aber viele Händlerinnen und Händler sind einfach abgewandert.

Die Anonymität des Tor-Netzwerks macht es auch besonders anfällig für DDoS, sagt Patrick Tiquet, Director of Security & Architecture bei Keeper Security und Experte für dieses Thema. „Websites ändern ständig ihre Adressen, um DDoS zu vermeiden, was zu einer sehr dynamischen Umgebung führt“, sagt er. Das führt dazu, dass die Qualität der Suche sehr unterschiedlich ist und viele Inhalte veraltet sind.