31 Fakten über Shakespeare, seine Werke und Kritiker

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Shakespeare Fakten
Shakespeare Fakten

Kritiker werfen Shakespeare vor, die schlimmsten Klischees über Frauen zu bedienen und sie für künftige Generationen aufrechtzuerhalten. Seine Verteidiger weisen jedoch darauf hin, dass das Stück als Komödie gilt und dass Shakespeare vielleicht tatsächlich zeigen wollte, wie lächerlich solche Stereotypen in der Realität werden.

#25 In seiner Trilogie Heinrich VI. hat Shakespeare mit der Reihenfolge seiner Geschichte gespielt.

Die Trilogie beginnt eigentlich mit Teil 2, den er 1591 schrieb und veröffentlichte. Die Fortsetzung, Teil 1, kam später im selben Jahr heraus. Teil 1 wurde jedoch erst im darauffolgenden Jahr, 1592, veröffentlicht und ist somit ein Prequel zur Handlung von Teil 1.

#26 Romeo und Julia gilt wahrscheinlich als Shakespeares berühmtestes Werk.

Trotzdem hat es selbst zu Shakespeares Zeiten einen gemischten Ruf. Der Schriftsteller Samuel Pepys aus dem 17. Jahrhundert bezeichnete es als das schlechteste Stück, das er je gesehen hatte.

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Im 19. Jahrhundert warfen Charles Gildon und Lord Kames dem Stück vor, gegen die Regeln der klassischen Tragödie zu verstoßen. Insbesondere fielen Romeo und Julia nicht aufgrund ihrer Charakterschwächen, sondern aufgrund ihrer Lebensumstände, nämlich der eines unglücklich Verliebten.

Andere Kritiker bemerken, dass die Geschichte als Komödie beginnt, um dann auf halbem Weg in eine Tragödie überzugehen. Sie weisen darauf hin, dass dies bei vielen Zuschauern für Verwirrung sorgt.

#27 Romeo und Julia wurde auch von Psychoanalytikern kritisiert.

Sie weisen darauf hin, dass Romeos Überaggressivität in Wirklichkeit ein Beweis für eine Form der Wunscherfüllung sein könnte. Dies führte dann zu den tragischen Ereignissen des Stücks, zuerst zum Tod von Mercutio und schließlich zu seinem und Julias Doppelselbstmord.

Andere Psychoanalytiker stellen fest, dass die Anziehungskraft, die Romeo und Julia füreinander empfinden, in dem Hass ihrer Familien füreinander begründet zu sein scheint. Das, so argumentieren sie, lässt den Schluss zu, dass jede Beziehung, die sie hätten haben können, auf lange Sicht nur ungesund werden würde.

#28 Auch Feministinnen haben Romeo und Julia ins Visier genommen.

Sie argumentieren, dass die patriarchalische Gesellschaft, in der die Liebenden lebten, eine Rolle in der Tragödie spielte. Vor allem Mercutios Tod hat Romeo dazu gebracht, gewalttätig zu werden. Feministinnen kritisieren, dass Shakespeare das Erwachsensein mit Gewalt gleichzusetzen scheint.

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Sie kritisieren auch, dass Romeo Julia die Schuld dafür gibt, dass er nach Mercutios Tod schwach geworden ist. Auch Julias Unfähigkeit, aus eigener Kraft etwas zu unternehmen, wurde von Feministinnen kritisiert.

#29 „Ein Sommernachtstraum“ ist neben „Romeo und Julia“ Shakespeares berühmtestes Werk.

Es ist auch weitaus weniger umstritten. Ein Kritiker bemerkte, dass der Sommernachtstraum ihn immer wieder zum Lachen brachte, egal wie lächerlich er auch war. Andere Kritiker halten das Stück für ein Beispiel für eine klassische Fantasiegeschichte.

Andere loben es für seine Treue zu den klassischen Themen des Karnevals und der antiken römischen Feste. Vor allem der englische Kritiker und Dramatiker Charles Gildon lobte Shakespeare im 18. Jahrhundert und stellte fest, dass er die römischen Klassiker im lateinischen Original gelesen haben muss, um solche Themen so gut zu verstehen.

#30 Der Kaufmann von Venedig hat dazu geführt, dass Shakespeare des Antisemitismus beschuldigt wurde.

Das Problem liegt in der Figur des Shylock, eines jüdischen Geldverleihers, der zum Hauptantagonisten der Geschichte wird. Shylock wird als rachsüchtig dargestellt, bis hin zu dem Punkt, dass er von Antonio buchstäblich ein Pfund Fleisch verlangt, weil er seine Schulden nicht bezahlt hat.

Kritiker merken außerdem an, dass dies mittelalterliche Geschichten über Juden aufgreift, die angeblich Christen aufschlitzen, um ihr Blut zu trinken. Shakespeares Verteidiger weisen jedoch darauf hin, dass Shylock trotz seiner Rolle als Antagonist eigentlich sympathisch wirkt.

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Sie weisen darauf hin, dass Shylock unter Antonios offenem Antisemitismus leidet und dass sogar sein Geschäft unter Antonios Konkurrenz leidet. Sie weisen auch darauf hin, dass Shakespeare Antonio ausdrücklich als Heuchler darstellt. Er verurteilt Shylocks Rachsucht, während er gleichzeitig ignoriert, dass er selbst Shylock in der Vergangenheit schlecht behandelt hat.

#31 Hamlet gilt jedoch als Shakespeares meistgespieltes Werk.

Vor allem bei der Royal Shakespeare Company steht Hamlet seit 1879 ganz oben auf der Aufführungsliste. Viele andere berühmte Schriftsteller haben es als ihre Inspiration bezeichnet, darunter Charles Dickens und Johann Goethe, um nur einige zu nennen.

#32 Manche behaupten, dass ein anderer Schriftsteller Shakespeare als Pseudonym benutzt hat, um sich dahinter zu verstecken.

Eine Theorie besagt , dass eine Gruppe von Schriftstellern Shakespeare als Fassade benutzte, um ihre Werke zu veröffentlichen. Zu dieser Gruppe gehörten angeblich unter anderem Sir Walter Rayleigh, Edmund Spencer, Lord Buckhurst und der 17. Earl Oxford. Andere Theorien besagen, dass diese oder eine andere dieser Personen der einzige Schriftsteller war, der Shakespeares Namen als Deckmantel benutzte.