Coca Cola und der Weihnachtsmann – Oder: Die Geschichte des Nikolaus in verschiedenen Ländern

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( c) Coca-Cola. Hat Coca Cola den Weihnachtsmann er funden?

Hat Coca Cola den Weihnachtsmann erfunden?

Wenn die „Holidays Are Coming“-Werbung von Coca-Cola im Fernsehen läuft, ist es nicht ungewöhnlich, jemanden sagen zu hören:

„Hey, wusstest du, dass Coke den Weihnachtsmann rot gemacht hat und er vorher grün war?“

Oder auch: „Coke besitzt die Rechte an Santa“.

Und das sind Dinge, die viele von uns einfach als Tatsachen hinnehmen. Sie sind jedoch ein absoluter Mythos. Dazu aber später mehr. Erst mal wollen wir uns um den Nikolaus im allgemeinen kümmern.

Woher kommt der Nikolaus?

Wie viele von euch wissen, basiert der Weihnachtsmann auf dem Heiligen Nikolaus, einem historischen griechischen christlichen Bischof, der für seine Großzügigkeit und Herzensgüte bekannt war.

Der Nikolaus in Europa

In Deutschland feiern die Menschen am 6. Dezember den „St. Nikolaus-Tag“, indem sie ihre Schuhe vor ihr Zimmer stellen. Sie tun dies, weil der ursprüngliche Nikolaus herumging und Münzen in die Schuhe der Armen steckte, da die Menschen damals oft ihre Stiefel draußen stehen ließen. Im 16. Jahrhundert, nach der Reformation, wurden die Geschichten und Traditionen des Heiligen Nikolaus in den meisten Ländern unpopulär und nicht mehr gefeiert, bis er als Figur in alten englischen Theaterstücken und Geschichten auftauchte, als jemand, der den Kindern Geschenke brachte.

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Damals war er in England als „Old Man Christmas“ oder „Father Christmas“ bekannt, und dieser Trend setzte sich schließlich wieder  in ganz Europa durch. In Frankreich wurde er als „Père Nöel“ bekannt, und in Teilen Österreichs und Deutschlands später als das „Christkind“,  eine goldhaarige Version des Jesuskindes mit Engelsflügeln. In Deutschland verschob man später den „Father Christmas“ auf Heilig Abend, da am 6. Dezember nach wie vor der Nikolaus Populär war.

Die USA und der Weihnachtsmann

Es ist bekannt, dass Bischöfe rote Gewänder tragen, und oft wird der Heilige Nikolaus in roten Gewändern abgebildet, wenn er illustriert wird. Damit begann der Künstler Thomas Nast, als seine Illustrationen des fröhlichen Gesellen in der Zeitschrift Harper’s Weekly erschienen. Vor diesen Illustrationen, in der viktorianischen Zeit, wurde der Weihnachtsmann oft in allen möglichen Farben dargestellt – weiß, blau, braun und natürlich auch grün. Harper’s Weekly veröffentlichte etwa 20 Jahre lang Nasts Zeichnungen des Weihnachtsmanns, die alle den ikonischen Mann zeigten, den wir heute kennen – einen fröhlich grinsenden Herrn mit einem dicken Bauch, einem rot-weißen Gewand und einem Sack voller Geschenke.

Außerdem schenkte Nast ihm eine Pfeife. Nasts Zeichnungen des Weihnachtsmanns wurden sehr populär und galten als Norm für sein Aussehen. Immer mehr Künstler begannen, den Weihnachtsmann wie Nast zu zeichnen, der zwischen 1900 und 1930 die rote Verkleidung trug, die heute ein Synonym für Weihnachten ist.

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Und was hat Coca Cola mit dem Weihnachtsmann zu tun?

Kurze gesagt: Nicht viel!  1931 verwendete Coca-Cola den Weihnachtsmann zum ersten Mal in der Werbung. Der Künstler Haddon Sundblom nahm nur eine wesentliche Änderung an der ikonischen Darstellung des Weihnachtsmanns von Thomas Nast vor. Sie tauschten seine Pfeife gegen eine Glasflasche mit Cola aus. Der Weihnachtsmann war also nicht immer rot, aber es war definitiv nicht Cola, die ihn rot gemacht hat.

Und die Rechte an Santa liegen definitiv nicht bei Coca-Cola – das haben sie sogar schon selbst gesagt, um den Mythos zu entkräften!